Warum gehört EFT zu PCE?
Vielleicht ist euch bereits bewusst, dass die EFT zur großen Familie der
Person-Centered Experiential Therapy (PCE) gehört. Doch was genau ist die PCE eigentlich?
Der Begriff „Person-Centered“ steht für die radikale positive Zuwendung auf die individuelle Person und ihr inneres Bezugssystem, um damit deren „Aktualisierungstendenz“ / „Wachstumstendenz“ zu fördern.
Die therapeutische Beziehung wird als zentraler Wirkfaktor verstanden. Als einer der wichtigsten Vertreter ist hier die klassische klientenzentrierte Therapie bzw. im deutschsprachigen Raum auch Gesprächspsychotherapie (GPT) zu nennen.
Der Begriff „Experiential“ steht wiederum für die Förderung der inneren Beziehung zum eigenen Erleben durch spezifische Prozessimpulse wie es im Focusing und der EFT geschieht. Darüber hinaus geht es um die Vertiefung des emotionalen Erlebens und die Förderung der emotionalen Verarbeitung durch ein Marker-geleitetes Vorgehen, was in der EFT zur Anwendung kommt.
PCE ist also kein einzelnes, klar abgegrenztes Verfahren, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene, eng miteinander verbundene Therapieansätze. Der Psychotherapieforscher Mick Cooper beschreibt sie anschaulich als „Tribes of the Person-Centered Nation“ – unterschiedliche Strömungen mit gemeinsamen Wurzeln.
Diese Wurzeln liegen in den Arbeiten von Carl Rogers. Entsprechend teilen alle PCE-Ansätze zentrale Grundannahmen und Haltungen.
Gemeinsamkeiten der verschiedenen PCE-Ansätze:
- Humanistische Grundorientierung als gemeinsame Basis
- Zentrale Rolle der therapeutischen Beziehung als Wirkfaktor
- Eine sichere, vertrauensvolle und gleichberechtigte Beziehung zwischen Klient*in und Therapeut*in
- Empathie, Kongruenz (Echtheit/Authentizität) und bedingungslose positive Wertschätzung als zentrale therapeutische Haltungen
- Prozessorientierung – therapeutisches Arbeiten von Moment zu Moment
→ Der Fokus liegt auf dem „Wie“ des Erlebens (Prozess) und nicht nur auf dem „Was“ (Inhalt) - Fokus auf das unmittelbare Erleben (Experiencing), insbesondere auf emotionale Prozesse
→ Gefühle werden nicht analysiert oder interpretiert, sondern direkt wahrgenommen und vertieft, auch wenn sie sich zunächst nur am Rand des Bewusstseins zeigen - Transformatorisches Vorgehen im Vertrauen auf die Selbstorganisation der Klient*innen
- Vertrauen in die Aktualisierungs- bzw. Wachstumstendenz des Menschen
- Transdiagnostischer Ansatz mit überwiegend diagnoseübergreifenden Interventionen
PCE blickt zudem auf eine lange Tradition der Psychotherapie-Prozessforschung zurück. Bereits in den 1940er Jahren begann Carl Rogers, Therapiesitzungen systematisch aufzuzeichnen und auszuwerten. Diese Forschungstradition wurde später weiterentwickelt, unter anderem in der Emotionsfokussierten Therapie, die heute als evidenzbasiertes Verfahren anerkannt ist.
Die Person-Centered Experiential Therapy verbindet damit Haltung, Beziehung und erlebensorientierte Interventionen zu einem lebendigen, wirksamen Ansatz, der Menschen in ihrer Entwicklung unterstützt – respektvoll, erfahrungsnah und zutiefst humanistisch.
Auf der im Juli geplanten PCE-Weltkonferenz in Köln gibt es die einmalige Gelegenheit die PCE in all ihren Facetten besser kennenzulernen.