Eindrücke von der 17. PCE World Conference in Köln vom 8.-11.07.2026
„A Changing World - what it does to us and what we do with it“
Als kleine Gruppe von EFT-Therapeut*innen haben wir die zweijährig stattfindende Weltkonferenz der personenzentrierten und experienziellen Ansätze PCE World besucht, die 2026 „vor unserer Haustür“ in Köln stattfand.
Wir wollten die Gelegenheit nutzen, über den „EFT-Tellerrand“ zu schauen und unsere „Verwandten“ aus der Gesprächspsychotherapie, dem Motivational Interviewing und dem Focusing näher kennenzulernen und in deren Welt einzutauchen. Gleichzeitig gab es auch die Möglichkeit, alte Bekannte aus der EFT-Welt, wie Robert Elliott, Juliette Becking und Lou Cooper zu treffen und von ihnen zu lernen.
Es waren eindrucksreiche und vielfältige Tage. Gleich der zweite Vortrag am ersten Tag zum Gedenken an Eugene Gendlin war sehr berührend: Akira Ikemi, emeritierter Professor der Kansai Universität, Japan, berichtete sehr persönlich über seine beruflichen und privaten Erfahrungen mit „Gene“ Gendlin, der für ihn wie „ein zweiter Vater“ war.
Ein weiteres Highlight war der Keynote-Dialog zum Thema Marginalisierung und Social Injustice, von Lou Cooper aus Australien und Dwight Turner aus Brighton, in der beide sehr lebendig und persönlich über ihre eigenen Marginalisierungserfahrungen und ihre therapeutische Arbeit mit marginalisierten Gruppen berichteten und sich im Dialog mit teils sehr persönlichen Fragen herausforderten. In zahlreichen Workshops und Vorträgen gab es die Möglichkeit, Anregungen für die eigene Arbeit zu bekommen, Selbsterfahrungsimpulse zu nutzen und Themen zu vertiefen. Dem Motto der Konferenz folgend - „A changing world – what it does to us and what we do with it“ – ging es dabei oft um den Umgang mit universellen existenziellen und aktuell herausfordernden Themen, wie die Einflüsse der Klimakrise, sozialen Ungleichheiten und der Künstlichen Intelligenz.
Eine neue Erfahrung stellte für uns die Teilnahme an den Encounter-Gruppen und Community Meetings dar, die jeden Tag fester Bestandteil des Kongress-Programms waren. Die Teilnehmer*innen sitzen zusammen, begegnen sich mit ihrer personenzentrierten Haltung und teilen ihre Erfahrungen und Eindrücke. Menschen können sich hier ehrlich, offen und direkt zeigen und einander neu begegnen, die üblichen sozialen Masken können fallen und es entsteht eine Dynamik von Moment zu Moment aus der Kraft der Gruppe heraus. Es braucht Mut sich in der Gruppe von größtenteils Fremden authentisch zu zeigen, doch genau darin liegt auch viel neues, was entstehen kann. Was nachhaltig bleibt sind die Verbindungen, die entstehen, wenn Menschen sich wirklich begegnen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede und die Kraft der Gemeinschaft. Bei uns hat es viel Neugierde geweckt.
Insgesamt waren die Tage eine tolle Erfahrung und eine schöne gemeinsame Reise über die Grenzen der EFT-Welt hinaus! Im Austausch mit anderen wurde deutlich, was uns als Menschen und in unseren jeweiligen Verfahren unterscheidet – und gleichzeitig, wie viel uns verbindet. Diese Mischung aus Vielfalt und Verbundenheit hat die Veranstaltung zu etwas Besonderem gemacht.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die die PCE World in Köln möglich gemacht haben!
Ein Raum, in dem Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kontexten und Ansätzen zusammenkommen und den Blick über den eigenen Tellerrand erweitern. Es ist ein besonderes Geschenk, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Danke für die tolle Organisation und die echten Begegnungen über die Grenzen von Ansätzen und Perspektiven hinaus. Die Welt verändert sich und es liegt an uns was wir daraus machen.
Christiane & Diana